Aufruhr und Gewalt in Tibet
17. März 2008
Nur wenige Monate vor dem Start der olympischen Spiele spitzt sich die Lage in Tibet weiter zu. Meldungen vom größten Aufstand seit 20 Jahren gehen rund um den Globus. Augenzeugen und Agenturen spekulieren über die Zahl der Toten. Laut der tibetischen Exilregierung forderten die Proteste bereits 80 Menschenleben – Qiangba Puncog, der Präsident der autonomen Region spricht nur von 13 Zivilisten, die von “tibetischen Aufständischen” getötet wurden und hält 61 teils schwer verletzte Polizisten dagegen.
Begonnen haben die Unruhen nach einer Demonstration von buddhistischen Mönchen, anlässlich des Jahrestages der Niederschlagung des Aufstandes der Tibeter gegen die chinesische Herrschaft am 10. März 1959. Mittlerweile sollen sich die Proteste auf weite Teile Tibets und auch auf die Provinz Sichuan ausgeweitet haben. Die Chinesische Volksarmee ist nach Berichten von Augenzeugen in allen Regionen mit einem massiven Aufgebot zu gegen.
Über einen Boykott der Olympischen Spiele, die vom 8. bis zum 12. August 2008 in Peking stattfinden sollen, wird nun auch in Deutschland laut nachgedacht. Thomas Bach, Vizepräsident des IOC, äußerte sich in einem Interview des ZDF sehr distanziert: “Wir sind nicht die Weltregierung – wir können nicht mehr erreichen, als Vereinte Nationen erreichen können …” und empfiehlt den Sportlern, zu den Spielen zu reisen und dort im friedlichen Wettkampf ein positives Zeichen zu setzen - begleitet von Journalisten könnten sie vor Ort ihre Meinung äußern.
(Mehr Bilder zur aktuellen Lage im Video von BBC-Worldnews)