Xinhua berichtet von nur einem Toten bei der Auseinandersetzung wegen des Golderzabbaus in Osttibet
11. September 2010
Am 15. August ereignete sich der bei weitem folgenschwerste Zwischenfall bei den Protestaktionen der tibetischen Bevölkerung gegen den Abbau der bislang unangetasteten Bodenschätze des Landes. Wie die chinesische staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, soll bei den Demonstrationen ein 47jähriger Tibeter durch einen Irrläufer getötet worden sein. Anderen Meldungen zufolge sollen bei dem Disput, an dem 35 Dorfbewohner beteiligt waren, noch drei weitere Tibeter ums Leben gekommen sein. Unklar ist auch, warum Xinhua erst am 30. August von diesem Vorfall berichtete.
Als Grund für die tödliche Auseinandersetzung nennt die Nachrichtenagentur einen wütenden Mob, der aufgrund einer Befreiungsaktion mit Messern, Keulen und Steinen auf die Polizei losgegangen sein soll. Zur Beilegung habe die Polizei Warnschüsse abgegeben, dessen Irrläufer den Anführer der Aufständischen traf. Das jedoch wurde erst bemerkt, als sich der Mob auflöste, der umgehende Transport in ein Krankenhaus konnte das Leben des 47jährigen nicht mehr retten.
Seit der Besetzung Tibets durch die Chinesen ist der Bergbau ein empfindliches Thema am Dach der Welt. Den Buddhistischen Tibetern ist nach ihrem Glauben die Natur heilig und darf nicht gestört werden, die Bodenschätze des Landes blieben daher bislang weitestgehend unangetastet. Seit der Rohstoffbedarf der Chinesen stetig steigt und nicht mehr durch Reserven im eigenen Land gedeckt werden kann, forciert das China nun den Abbau in der besetzten Region Tibet. Rücksichtslos und ohne gängige Umweltkriterien werden die Bodenschätze geerntet, schwere Umweltschäden durch den Bergbau belasten Tibet stark, dessen Bevölkerung der Ausbeutung ohne Stimm- und Mitspracherecht machtlos gegenüber steht.
