Einer Quelle der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte in Planegg zufolge wurden am 05. Juni 2010 zwei tibetische Autoren grundlos von der chinesischen Polizei in Chengdu aufgegriffen und schwer misshandelt. Die aus der Provinz Kham stammenden Herausgeber der Jahresbücher „Tibet“ und „Phurgyal kyi Namshey“ Goyon und Thupten Gedun, beide Mitglied im tibetischen PEN-Club, befanden sich gemeinsam mit ihrem Schulfreund Serta Sherab auf dem Weg in ein Restaurant in Chengdun.
Wie die Autoren später berichteten, seinen sie mitten auf der Straße von 15 nicht Uniformierten, die zuvor mit mehreren nicht gekennzeichneten Fahrzeugen, darunter ein Polizeiwagen, aufgegriffen und mit Betäubungsspray außer Gefecht gesetzt worden. Nach dem Transport in die Polizeistation wurden sie in ein Verhörzimmer mit speziellen Verhörstühlen, die über automatisierte Hand- und Fußschellen verfügten verfrachtet. Hier wurden den Opfern der Polizeigewalt zunächst sämtliche Wertsachen und Ausweise abgenommen, um sie danach unter Gewaltanwendung und massiver Bedrohung mit der Schusswaffen zur Auskunft über ihre Aktivitäten zu zwingen. Unklar ist der Grund für die menschenunwürdige Befragung auf der Polizeistation, die nicht zuletzt mit elektrischen Apparaturen irgendwelche mysteriösen Zugeständnisse aus den Verhafteten herauspressen sollte. Auch die Frage nach den Gründen für die Festnahme wurde von der chinesischen Polizei nur mit Gewalt beantwortet. Schließlich ergaben auch die Nachforschungen anhand der Ausweisnummern keine Eintragungen der Tibeter.
In den frühen Morgenstunden des folgenden Tages wurden die Opfer dieser Grausamkeit dann unter massiver Einschüchterung und Androhung wiederholter Verhörmöglichkeiten wieder auf freien Fuß gesetzt. Thupten und Goyon wurden daraufhin mit schweren Verletzungen in das örtliche Krankenhaus eingeliefert, ihr Schulfreund wurde weniger schwer mißhandelt. Laut der Quelle aus Tibet, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte, sei dieser Fall nur ein Beispiel für die wachsende Brutalität der chinesischen Polizei gegenüber der wachsenden Zahl an gebildeten Tibetern.
